Das neue autonome Überwassersystem (Unmanned Surface Vessel, USV) ist auf die veränderten Anforderungen moderner Seekriegsführung ausgerichtet. Die Bedrohungslage an der Nordflanke der NATO, insbesondere in der Ostsee, erfordert eine erhebliche Stärkung der maritimen Verteidigung. Seewege, kritische Unterwasserinfrastruktur und der Zugang zur Ostsee müssen gesichert werden, um die baltischen Bündnispartner unterstützen zu können. Neben bemannten Kriegsschiffen gewinnen unbemannte Systeme an Bedeutung. Sie erweitern die Fähigkeiten für Aufklärung und Wirkung, erhöhen die maritime Präsenz und schonen personelle Ressourcen.

Das 24 Meter lange Wasserfahrzeug ist als modularer Fähigkeitsträger konzipiert und kann sowohl im Verbund mit bemannten Marineeinheiten als auch in eigenständigen Missionen eingesetzt werden. Die Plattform wurde mit Fokus auf die Ostsee entwickelt, kann jedoch gleichermaßen in der Nordsee, im Nordatlantik und im Europäischen Nordmeer eingesetzt werden. Vorgesehen ist die Integration von Sensoren und Effektoren, darunter Seezielflugkörper und STARKs Loitering-Munition „Cascade“. Damit soll Vanta 24 die Kampfkraft bemannter Einheiten im Überwasserseekrieg ergänzen und künftig auch zu dimensionsübergreifenden („Multi-Domain“-)Operationen beitragen.

Grundlage ist die STARK-eigene Software Minerva. Sie übernimmt an Bord die Plattformautonomie, also Navigation, Umgebungswahrnehmung und Kollisionsvermeidung, auch bei gestörter Satellitennavigation. Darüber hinaus ermöglicht sie eine auftragsbasierte Missionsführung mit nachvollziehbarer Rückmeldung zum Fortschritt der Auftragserfüllung. Dank des softwaredefinierten Ansatzes lassen sich neue Sensoren und Wirkmittel ohne grundlegende Änderungen an der Plattform integrieren.

Johannes Schaback, Chief Technology Officer von STARK, erklärt:

“Die sicherheitspolitische Lage in Europa verlangt nach einer deutlichen Stärkung unserer maritimen Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit. Mit Vanta 24 verfolgt STARK das Ziel, die Entwicklung einer kampfstarken, vernetzten und skalierbaren maritimen Flotte zu unterstützen. Dabei geht es nicht darum, bemannte Kriegsschiffe zu ersetzen, sondern ihre Kampfkraft im Verband zu erweitern. Der eigentliche Fähigkeitssprung liegt dabei in der Software: Künftig führt ein Bediener nicht ein einzelnes Fahrzeug, sondern viele verschiedene Fähigkeiten, die kollaborativ eingesetzt werden müssen. Die Entscheidung über die Wirkung bleibt beim Menschen.”

Vanta 24 ist nach Vanta 6 und Vanta 12 das dritte und bislang größte USV der Vanta-Systemfamilie. Alle Plattformen basieren auf der gemeinsamen KI- und Softwarearchitektur von Minerva, mit der mehrere unbemannte Systeme zusammenarbeiten können. Gefertigt werden soll Vanta 24 mit dem deutschen Kooperationspartner FSG Shipyard.

STARK stellt VANTA 24 vor: Neue unbemannte maritime Plattform soll Kampfkraft und Abschreckungsfähigkeit europäischer Seestreitkräfte stärken | STARK Defence