A gray autonomous boat moves quickly across the water, leaving a white wake, with a distant treed shoreline and a floating barrier in the background.
STARK DEFENCE
Berlin/Eckernförde

STARK hat dem Kommando CIR das erste autonome unbemannte Überwasserfahrzeug (USV) erfolgreich ausgeliefert. Unter dem Namen „Seetaube“ soll das auf STARKs Vanta basierende, sechs Meter lange USV künftig offiziell in Dienst genommen werden. Zunächst wird das System für die maritime Aufklärung erprobt.

Das Projekt ist ein Innovationsvorhaben des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr. In den kommenden Monaten folgen die Ausbildung des Bedienpersonals sowie weitere Erprobungen im Seebetrieb.

Für das Projekt ist die Seetaube mit Sensoren, Kameras und Radar ausgestattet. Das System kann auf Basis vorgeplanter Missionen hochautomatisiert operieren und innerhalb definierter Parameter eigenständig navigieren. Ein Bediener überwacht die Mission und kann jederzeit eingreifen. Die gewonnenen Daten werden sicher an das Bedienterminal übertragen und stehen unmittelbar für die weitere Lagebilderstellung zur Verfügung.

In einer Mitteilung erklärt die Bundeswehr, dass die Sicherheitslage auf See durch hybride Aktivitäten zunehmend komplexer werde und flexible Antworten erfordere. Die Seetaube soll dazu beitragen, „verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen“ und Aufklärungsdaten schneller und präziser verfügbar zu machen. Als flexibel einsetzbare zweite Peilbasis soll das System Schiffe und Boote der Bundeswehr bei der präzisen Verortung von Signalen auf See unterstützen.

"Seetaube erhöht die Wirksamkeit der Truppe unmittelbar – ohne zusätzliche Großplattform. Das unbemannte System liefert die zweite Peilbasis für präzise Ortung auf See und erweitert die Flotte, ohne ein weiteres Schiff zu binden“, sagt Sven Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr. „Der Vorteil liegt in der klaren Ergänzung bestehender Fähigkeiten: Modular eingesetzte Systeme verstärken vorhandene Wirkungsketten, ohne neue Komplexität zu schaffen und bringen Wirkung schneller dorthin, wo sie gebraucht wird.“

Die Vanta-Systemfamilie wurde für Aufklärung und Wirkung im küstennahen Einsatz sowie für den Schutz von Häfen und kritischer maritimer Infrastruktur entwickelt. Vanta erreicht Geschwindigkeiten von mehr als 45 Knoten und verfügt über eine Nutzlastkapazität von bis zu 500 Kilogramm für ein breites Spektrum militärischer Fähigkeiten.

„Wir müssen nicht für jede Aufgabe ein bemanntes Schiff aufs Meer schicken“, sagt Johannes Schaback, CTO von STARK. „Vanta bringt Sensorik, Reichweite und Ausdauer in den Operationsraum, ohne zusätzliches Personal zu binden. Mit Seetaube macht Deutschland einen wichtigen Schritt hin zu skalierbaren unbemannten Aufklärungsfähigkeiten auf See.“

STARK hat bereits den erfolgreichen Start der tube-launched Loitering Munition „Cascade” von Vanta demonstriert. Damit kann Vanta in anderen Konfigurationen als Träger von Effektoren in einen Aufklärungs- und Wirkverbund integriert werden.

Durch die hohe Seeausdauer und Automatisierung können unbemannte Systeme dauerhaft Aufgaben in der Aufklärung und Überwachung übernehmen, bemannte Schiffe entlasten und deren Einsatzbereitschaft erhöhen.